Kinderkleiderbasar
          Ludwigsfeld
Basardatum
 

Ludwigsfelder Kinderkleiderbazar 2014 - ein Erlebnisbericht einer Mitarbeiterin

"Das Kleinzeug kommt dieses Jahr ganz nach hinten!" Nicole gestikuliert grob in Richtung Spielzeug.
Ich manövriere meine Kiste also am Tisch mit den Babysachen vorbei, um kurve zwei Ständer mit Winterjacken und schlüpfe zwischen der Umstandskleidung hindurch. Hier sortiere ich die Schals, Mützen und Handschuhe in die bereitgestellten Kisten. Vorn im Eingangsbereich sortieren fleißige Mitarbeiterinnen die abgegebene Kleidung nach Größe. Ich schnappe mir den Stapel 122/128 und laufe zurück in den Verkaufsraum. Vielleicht finde ich beim Einsortieren ja ein schönes Shirt für meine Tochter?

Eine Mutter fragt, wo sie ihren Kuchen abgeben kann, denn morgen während des Basars wird auch gespendeter Kuchen verkauft. Ich schicke sie zu Helga in die Küche.
Auf Birgits Rücken schläft der kleine Hannes in seiner Babytrage. Sie trägt trotzdem Kleiderstapel hin und her. "Zum Ausgleich!", meint sie fröhlich. Irgendjemand ruft nach noch mehr Kleiderbügeln. Peggy setzt sich in Bewegung - sie weiß Bescheid. Drüben im anderen Raum findet Klaas den richtigen Platz für alle großen Sachen wie Dreiräder und Kindersitze.

Der Aufbau dauert Stunden, aber schließlich wird die Kasse für Mitarbeiter geöffnet. Mein Einkauf ist damit schon am Freitag erledigt.
Einen Tag später ist Kinderkleiderbazar. Zwei Stunden lang kaufen Mütter, Väter und Großeltern mit ihren Kindern hier ein. Mehre tausend Artikel werden verkauft. Schuhe, Kinderwagen, Fahrräder, Bücher, Kassetten, Krabbeldecken, Spielzeug, Umstandskleidung - das Angebot ist fast unüberschaubar.
Mindestens fünfzehn Mitarbeiter an den Kassen bewältigen den Ansturm kaum, sind mit den neuen Barcodescannern jedoch viel schneller als früher.

Meine Tochter Helena wedelt freudestrahlend mit einem rosa Ungetüm vor mir herum. Soll wohl ein Kleid sein. "Spatz, das ist dir leider zu klein!" Gut, das Wörtchen "leider" ist geschwindelt. Diese Tüllwolke würde Helena im Handumdrehen in Miss Piggy verwandeln. Die Enttäuschung hält dank der Spielzeugecke nur kurz an.
Neben mir kniet plötzlich Jane auf dem Tisch, um ein paar Fotos zu schießen. Dann kümmert sie sich wieder um die Kassen, wo irgendwas neu eingestellt werden muss; aber das versteht nur Jane. In einer Schlange entdecke ich ein grinsendes Mädchen mit dem rosa Ungetüm in den Armen. Auch die Mutter lacht. Mag sie das Ding am Ende?

Als die Kassen geschlossen sind, geht es an diesem Tag erst richtig los. Jedes einzelne nicht verkaufte Kleidungsstück, jeder Schuh und jedes Puzzle muss an seinen Besitzer zurück gegeben werden. Knapp 200 Verkäufer gibt es, und die Sachen liegen wild durcheinander. Die Männer schieben die Tische an den Rand. In der Mitte wird für jeden Verkäufer ein Stuhl aufgestellt. Unsere Aufgabe ist es nun, jeden Artikel zum richtigen Stuhl zu tragen. Man kann kaum glauben, dass das überhaupt möglich ist. Die Kleiderberge türmen sich mannshoch. Wir haben kaum Platz, die Sachen zusammen zu legen. Mit Katja bilde ich passende Stapel, die Claudia zu den Stühlen trägt. Auch an den anderen Tischen arbeiten Dreier- und Viererteams zusammen. Wir wechseln mal durch, stärken uns mit einer Brezel, ärgern uns über fehlende Etiketten und falten weiter Pullover, legen Hosen zusammen und tragen Kleiderstapel zu den Stühlen.

Drei Stunden später sind die Sachen tatsächlich sortiert und kontrolliert. Die meisten von uns Mitarbeitern haben auch selber Sachen verkauft. Zwanzig Prozent des Verkaufspreises gehen an die Kindertagesstätte Arche, den Rest bekommt der Verkäufer ausgezahlt.
Hat es sich dieses Mal wieder gelohnt?

Nach dem Basar treffen sich viele Mitarbeiter zum gemütlichen Abend essen im Restaurant und lassen den Tag Revue passieren.
Danach am Abend auf dem Sofa - mein Rücken und meine Füße schmerzen; ich bin fix und fertig und einfach nur müde - entsteht ein warmes, zufriedenes Gefühl in meinem Bauch.

Der Kinderkleiderbazar ist eine großartige Veranstaltung, die es nur geben kann, weil viele Freiwillige einfach so mit anpacken. Ein großer Erlös geht auch diesmal wieder an die Arche und die Andreaskirche.

Also dann - wir sehen uns beim nächsten Basar!



   

email: Pfarramt.Andreaskirche.NUelkb.de     Sitemap     Home     Home     oben     zurück