Kirchenführer

Geschichte der Andreaskirche

1862 Entstehung des Ortes Ludwigsfeld
1863 Muttergemeinde Petruskirche
1959 Kirchenbauverein
1961 Kindergartenbau
1965 Beschluss zum Kirchenbau
1967 Grundsteinlegung Andreaskirche
1967-68 Bauzeit der Andreaskirche
1968 Einweihungsfeier
1969 Die Glocken
1970 Pfarrhaus
1977 Gemeindehaus
1980 Kirchengemeinde Andreaskirche
1988 Jugendhaus
1999 Pfarramt Andreaskirche
2011 Einweihung des neuen Gemeindehauses
1959-2011  Zeittafel
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1862 Entstehung des Ortes Ludwigsfeld

Ludwigsfeld
Ludwigsfeld in den Anfängen

Die Sage erzählt: 'Für den Festungsbau in Ulm wurden viele Steine benötigt. So wurden hauptsächlich Steine aus dem Süden der Region angefahren. Im heutigen Ludwigsfeld hatte eines der Fuhrwerke einen Radbruch. Das Fuhrwerk wurde repariert, aber die Steine blieben liegen. Mit diesen Steinen soll der erste Siedler sein Haus, sein Anwesen gebaut haben.'

Ob es so war, wer weiß?

Die ersten Siedler bauten von 1862 an hier ihre Häuser. Sie kamen von der Alb, waren in der Regel evangelische Bauernsöhne, die von zuhause fort mussten und hier Gelegenheit fanden, sich selbstständig zu machen. Obwohl ursprünglich keine eigene Siedlung geplant gewesen war, erhielt dieser Ort schon am 28.Februar 1865 den Namen des regierenden bayerischen Königs Ludwig II. Die Lage an einer wichtigen Verkehrsverbindung in Richtung Süden und das im weiten Umfeld unbebaute Land prädestinierten den Stadtteil für die Weiterentwicklung als Wohnort, die sich in mehreren Etappen vollzog und bis heute andauert.



Blick in Richtung kath. Mariä Himmelfahrt Kirche

1932 wurden am Postweg die ersten zwölf Siedlerhäuser eines bis ins Jahr 1938 fortgeführten Siedlungsprojektes erstellt. Nach dem Krieg wurden in Ludwigsfeld viele Neubürger angesiedelt.

Die katholische Filialkirche Mariä Himmelfahrt wurde 1952 erbaut und 1971 durch die jetzige Kirche 'Christus, unser Friede' ersetzt. Ein evangelischer Kirchenbauverein wurde 1959 gegründet und führte wie nachfolgend beschrieben zum Bau der evangelischen Andreaskirche.



das moderne Ludwigsfeld


In den sechziger Jahren entstanden viele Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie die für Ludwigsfeld bis heute charakteristischen Hochhäuser.




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1863 Muttergemeinde Petruskirche


Petruskirche

Für die ersten evangelischen Siedler in Ludwigsfeld gab es keine eigene Kirche oder Gemeinderäume, wie wir das heute gewohnt sind. Zuerst mussten die evangelischen Ludwigsfelder nach Pfuhl zur Kirche, zum Konfirmandenunterricht und in die Sonn- und Werktagsschule. Der Schul- und Kirchweg führte über den auch heute noch teilweise erhaltenen Pfaffenweg nach Pfuhl.

1863 wurde die heutige Petruskirche gebaut. Sie war zuerst Garnisonskirche, wurde später aber -wahrscheinlich ab 1914- der Gemeinde zugänglich gemacht. Der erste NeuUlmer Pfarrer und Dekan Julius Knöll kam am 17.5.1914. Von da an wurden die evangelischen Ludwigsfelder von NeuUlm aus seelsorgerisch betreut.

Die Größe der Ludwigsfelder Gemeinde dürfte zu der Zeit bei 200-300 Gemeindegliedern gelegen haben. Ludwigsfeld wuchs weiter durch den Bau der Siedlungen 'Ulmer Ried', 'Heimstätten-Siedlung' und 'Siedlervereinigung Ost e. V'.

Nach dem zweiten Weltkrieg erhielten die Evangelischen in der alten Schule einen Gottesdienstraum. Sonntagnachmittag um 14.30 Uhr -sehr zum Leidwesen der Jugend, denn damit war ja der Sonntagnachmittag ganz verplant- wurde Gottesdienst gehalten, später dann auch Kindergottesdienst. Taufen, Hochzeiten und Konfirmandenunterricht waren weiterhin in der Petruskirche. Gemeindeaktivitäten wurden in Privathäuser verlegt, so zum Beispiel: Im Anwesen Fink Jugendstunden, Mütterkreis, Bibelstunden wurden entweder in der alten Schule oder im Anwesen G. Müller gehalten.


Antependium im alten Gebetsraum

Nach der Erweiterung des Schulhauses erhielt die evangelische Gemeinde die oberen Räume im Schulhaus. Seit dieser Zeit wurden dann die Gottesdienste am Sonntagvormittag gefeiert. Im großen Schulsaal wurden viele Ludwigsfelder getauft. In diese Zeit hinein fällt die Entstehung der evangelischen Landjugend, aus der später der Posaunenchor hervorging. In der Nachkriegszeit (etwa 1948) überlegten die Evangelischen bereits den Bau einer Kirche. Dafür wurde auch das Grundstück zwischen dem heutigen Meisenweg und dem Dornbäumlesweg für die evangelische Kirche reserviert. Aber das war noch ein langer Weg bis zum Bau der Kirche.


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1959 Kirchenbauverein

Modell
das Modell des Gemeindezentrums
Ludwigsfeld
oben: Kindergarten 1963
links: Andreaskirche 1966-68
rechts: Pfarrhaus 1970

Zu dieser Zeit trafen sich die Gemeindemitglieder alle 14 Tage zum evangelischen Gottesdienst im Dachgeschoß der alten Schule. Der Wunsch nach einer eigenen Kirche war angesichts der rasch wachsenden Gemeinde nur allzu verständlich.

Am 8.November 1959 hatte sich unter Vorsitz des rührigen Pfarrers Rippel der 'Evangelisch-Lutherische Kirchbauverein NeuUlm / Ludwigsfeld e.V.' gegründet, in der Hoffnung, in etwa drei bis vier Jahren würde eine evangelische Kirche erstellt werden können.

Das Gesamtprojekt war von vornherein auf drei Ausbaustadien angelegt: Kirche, Pfarrhaus, Kindergarten. Aber die Prioritäten wurden verändert, nachdem die Stadt NeuUlm im Winter 1961/62 die Kirchen in den Außenbezirken Offenhausen und Ludwigsfeld dazu ermunterte, Kindergärten zu bauen und großzügige Unterstützung für Bau und Unterhalt in Aussicht stellte. Die Gemeinden sahen ein, daß Kindergärten notwendig waren, weil viele Familien mit berufstätigen Müttern in die Außenbezirke zogen. So wurde zuerst mit dem Bau des Kindergartens begonnen. Der vorgesehene Kirchenneubau wurde um weitere 8 Jahre verschoben



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Kindergarten im Rohbau 1962/63

1961 Kindergartenbau

Im Sommer 1961 wurde bereits ein geeignetes Grundstück erworben. Zwei Jahre später, am 15.September 1963 konnten Groß und Klein die Einweihung des Kindergartens feiern. Im Untergeschoß des Kindergartens gab es einen Betsaal, in dem sich von nun an die die evangelischen Gemeindemitglieder zum Gottesdienst versammelten.


Entwurf des Kindergartens

Während im Untergeschoß neben dem vorläufigen Betsaal Jugendräume und ein Gemeinderaum untergebracht waren, umfasste das Erdgeschoß den für 70 Kinder berechneten Kindergarten. Im Obergeschoß wurde eine Personalwohnung eingerichtet.



Einweihung des Kindergartens
am 5.September 1963
Entstehung des Kirchbauvereins
Artikel 10 Jahre Kirchenbauverein
Historische Einladung zur Kindergarteneinweihung
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1965 Beschluss zum Kirchenbau

Am 13.Juli 1965 beschloß der Landeskirchenrat folgendes Raumprogramm für die geplante Kirche in Ludwigsfeld : 'Kirche mit 250 festen und 50 nicht festen Plätzen zuzüglich Empore für Orgel und Chor ... Der umbaute Raum darf ... bei der Kirche einschließlich Sakristei und Turm 3000 cbm nicht übersteigen.'

Bis zu diesem Beschluß war es ein weiter Weg gewesen.


Ansicht des Modells

Anläßlich seiner Verabschiedung präsentierte der scheidende erste Vorsitzende des Kirchenbauvereines, Pfarrer Rippel das Modell des Vorentwurfes, das dann mit den Plänen an die kirchliche Baubehörde in München weitergeleitet wurde. Im Herbst 1966 stand der Name für den Neubau fest : 'Andreaskirche' -nicht nur weil die Mutterkirche, die Petruskirche, den Namen des Bruders dieses Jüngers trägt und damit die Zusammengehörigkeit zum Ausdruck kommen sollte, sondern vor allem auch im Hinblick auf Leben und Wirken des Andreas.

zur Namensgebung der Andreaskirche

Zu dieser Zeit begann man mit den Erdarbeiten für die neue Kirche in Ludwigsfeld.




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1967 Grundsteinlegung

Am 21.Januar 1967 feierten zahlreiche Gäste - Gemeindemitglieder und Honoratioren - die Grundsteinlegung der Andreaskirche.

Grundsteinlegung
Dekan Schmid beim 'ersten Hammerschlag'

Pfarrer Birkhölzer verlas den Text einer Urkunde, die zusammen mit evangelischen Gemeindeblättern, Tageszeitungen und Münzen in den Grundstein eingemauert wurden. Dekan Schmid stellte seine Ansprache unter das 14.Kapitel des Lukasevangeliums.
'Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein', bevor er mit dem 'ersten Hammerschlag' die Grundsteinlegung besiegelte.
Der Posaunenchor Neu-Ulm / Ludwigsfeld umrahmte die Feier.

Bilder der Grundsteinlegung
Programm der Grundsteinlegung (historisch)

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Turm nach dem Aufstellen

1967-68 Bauzeit

Bereits im Herbst 1967 stand der Kirchenrohbau und die Ludwigsfelder gewöhnten sich an den Anblick des modernen Kirchenbaus mit Zeltdachkonstruktion.

Rohbau

Ein besonderes Ereignis war die Aufstellung des Glockenturms. Er war bei einer Ulmer Holzbaufirma gezimmert worden und wurde in einem Stück geliefert. Die 27 Meter hohe Holzpyramide wog rund sieben Tonnen. Vorsichtig wurde sie mit Hilfe eines Kranes emporgehoben und auf den vier vorbereiteten Stahlbetonstützen verschraubt.

Bilder der Turmerrichtung



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Türgriffe gestaltet von
Eva Moshack, München

1968 Einweihungsfeier

In einer kurzen Andacht nahm die Gemeinde am 10.November 1968 Abschied von ihrer alten Gottesdienststätte im Untergeschoß des Kindergartens. Im alten Schulhof versammelten sich die Gemeindemitglieder sowie viele geladene Gäste, um in feierlichem Zug in die neue Kirche überzusiedeln. Nach der Schlüsselübergabe öffnete Pfarrer Birkhölzer die Tür zur Andreaskirche.


Schlüsselübergabe

Als Gruß der katholischen Ludwigsfelder Gemeinde ließ Pfarrer Mayr die Glocken der katholischen Kirche 15 Minuten lang läuten.


Kirchendach in Zeltform

Pfarrer Birkhölzer verglich die Form des Kirchendaches mit einem Nomadenzelt in der Wüste. Hier wie dort böte der Raum nicht nur Zuflucht, sondern auch ein Stück Offenheit für Neues, vor dem sich die Gemeinde nicht verschließen solle. Der genaue Wortlaut der Ansprache ist auf einer neuen Seite zu lesen.

Der Kirchbauverein konnte fast 20 Prozent der Kirchenbaukosten aufbringen. Durch zahlreiche Senden, Beiträge und Veranstaltungen wie Basare, Schulspiele und Kirchbaufeste kam diese enorme Leistung zustande.

Kurz nach der Einweihung der Andreaskirche erfolgte die Installation des ersten Pfarrers, Wolfgang Weltle, am 8.Dezember 1968.

Chronik Kirchenbau
Einladung zum Einweihungsgottesdienst
Ansprache des Sprengelpfarrers Horst Birkhölzer
Beitrag der Kindergarten-Kinder


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1969 Die Glocken


die Glocken der Andreaskirche

Im Mai 1969 fiel der Beschluß, für den noch leeren Turm drei Glocken zu bestellen. Der Auftrag ging an die Gießerei Czudnochowsky in Oberbayern. Am 18.September fuhren 40 Gemeindemitglieder nach Erding, um den Glockenguß mitzuerleben.

Die Vermittlung des Standortgeistlichen der Wiley-Kaserne ermöglichte den Transport der Glocken nach Neu-Ulm mit einem schweren Militärlaster der Amerikaner.

Ein geschmücktes Pferdefuhrwerk brachte die Glocken am 2. November 1969 zur Andreaskirche, wo sie geweiht und in den Turm gehängt wurden.

Bilder vom Glockengießen und der Aufstellung (neue Seite)


die Glocken werden gebracht


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Pfarrhaus

1970 Pfarrhaus

Schließlich wurde dann 1970 die vom Kirchbauverein geplante Bauphase mit dem Pfarrhausbau abgeschlossen. Zwei Jahre vorher, 1968, kam der erste Pfarrer nach Ludwigsfeld. Er wohnte mit seiner Familie zunächst noch in Untermiete. Die Gemeindegliederzahl wuchs in dieser Zeit auf 1400 Menschen an. Auch die Aktivitäten der Gemeinde nahmen zu, sodaß der Bau eines Gemeindehauses dringend notwendig wurde.



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Gemeindehaus

1977 Gemeindehaus

Im Mai 1977 konnte das Gemeindehaus mit Leben gefüllt werden; Senioren, junge Familien und Jugend zogen ein.

Einweihung Gemeindehaus



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Jugendhaus 1988
Baustelle des Jugendhauses

1980 Eigenständigkeit

1980 wurde aus der 'Filialgemeinde' Ludwigsfeld eine eigene Kirchengemeinde mit einem eigenen Kirchenvorstand.

Eigenständigkeit





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1988 Jugendhaus

Im Neu-Ulmer Ortsteil Ludwigsfeld gab es am Sonntag, den 19. Juni 1988, einen Grund zum Feiern. Nach fast neunmonatiger Bauzeit entstand hier bei der Evangelischen Andreaskirche ein neues Jugendhaus, das im Rahmen eines bunten Festtages offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde.


Treffpunkt der Jugend
Jugendhaus - Treffpunkt der Jugend in Ludwigsfeld

Bisher waren die Jugendlichen im benachbarten Gemeindehaus untergebracht - als die Räumlichkeiten im Laufe der Zeit ihren Anforderungen einfach nicht mehr gerecht werden konnten. entschloß man sich im September 1987, den Anbau an die Andreaskirche in Angriff zu nehmen. Jetzt ist das weißgetünchte und mit mehreren Glasfronten versehene Jugendhaus fertiggestellt.

Die rund acht bestehenden Kinder- und Jugendgruppen haben nun zwei große Gruppenräume für die verschiedensten Veranstaltungen zur Verfügung - sogar eine eigene Küche ist hier jetzt eingebaut.



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1999 Pfarramt

Neubau des Gemeindehauses
Gemeinde ist immer eine Baustelle

Da die Kirchengemeinde seit vielen Jahren de facto selbständig geführt wurde, bemühte sich der Kirchenvorstand um die Errichtung eines eigenständigen Pfarramtes. Nach gut fünfjährigen Verhandlungen stimmte die Kirchenleitung in München dem Antrag des Ludwigsfelder Kirchenvorstandes zu, unter der Auflage eines Kooperationsvertrages mit der Muttergemeinde der Petruskirche. Die Erlösergemeinde schloss sich dieser Kooperation an.

Seither werden bestimmte Aufgaben in enger Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung durchgeführt. Beispielsweise teilen sich die Gemeinden eine Religionspädagogin. Damit können Personal- und Sachkosten gespart werden, während gleichzeitig die Eigenständigkeit der Gemeinden erhalten bleibt.



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2010-2011  Bau des neuen Gemeindehauses


1959-2011  Zeittafel



Impressum

Kirchenführer überarbeitet und ergänzt im Sommer 1999;
Archivmaterial : Dekanat Neu-Ulm und Andreaskirche Ludwigsfeld
Fotos und Text : Barbara Bauer
Online-Version : 2002-2011 Lothar Tallner



email: Pfarramt.Andreaskirche.NUelkb.de     Sitemap     Home     Home     oben     zurück