Erntedank: Zeit der Dankbarkeit
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Erleben, dass der Rhythmus den Wandel trägt

Das Erntedankfest wird nach katholischer Tradition am ersten Sonntag im Oktober gefeiert, nach evangelischem Brauch am Sonntag nach »»Michaelis. Seit 2006 fällt der Termin durch einen Beschluss der EKD jedoch zusammen auf den ersten Sonntag im Oktober.
Das Fest ist so alt wie die Menschheit selbst. In ihm bringen die Menschen ihr Wissen zum Ausdruck, dass ihr Leben von Saat und Ernte abhängig ist. Alle Menschen leben von Gaben, die sie bekommen und ganz selbstverständlich annehmen. Dazu gehören auch das Wasser und die Luft. Alle diese Gaben geben dem Leben Halt und Geborgenheit. Das Erntedankfest will den Blick auf diese Gaben lenken, sie als gute Gaben des Schöpfergottes verständlich machen sowie zu Dank und Lob aufrufen.


Anregungen und Ideen

Aller Augen warten auf dich,
und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.
Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt,
nach deinem Wohlgefallen.'

Psalm 145,15-16

Zum Brauchtum des Erntedankfestes gehört der mit Feld- und Gartenfruchten (Getreidegarben, Brot, Trauben u.a.) geschmückte Altar, die nach dem Fest an Altersheime oder Waisenhäuser verschenkt werden. Daneben gibt es den aus Ähren geflochtenen Erntekranz, der den Kreislauf der Natur symbolisiert, sowie die aus Ähren gefertigte Erntekrone, die die Würde und Hoheit des Schöpfergottes bezeichnen soll. Mancherorts wird ein Ernteteppich aus all dem geflochten, was Feld und Wald gegeben haben.

Immer dann, wenn Menschen zu Tisch beten, danken sie Gott für die Gaben der Schöpfung. Das Tischgebet ist also ein tägliches Erntedankfest. Im dankbaren Genießen von Gottes guten Gaben kommt das Erntedankfest zu seiner Erfüllung.

Am Erntedanktag könnte man einmal das Brot selber backen und mit einem Kreuz bezeichnen. Aber man könnte auch eine Schale mit Früchten auf den Frühstückstisch stellen und über ihre Herkunft nachdenken. Sind sie auch Gottes Gaben?

Zum Erntedanktag gehört auch die Rückschau auf die Erfahrungen mit der Natur und mit der Hände Arbeit. Zur Einsicht kommt, dass Gottes Gaben menschliches Planen und Handeln brauchen, um zum 'Lebens-Mittel' zu werden, das Menschen stärkt und tröstet. Gerade am Brot wird deutlich, daß göttliches und menschliches Handeln zusammenwirken müssen, damit Gottes gute Gaben ihr Ziel finden. Das Erntedankfest könnte deshalb auch Anlass sein, übermenschliche Arbeit nachzudenken und auch für die Gaben des Denkens und Handelns zu danken.

Zentrales Thema des Erntedankfestes ist neben dem Dank für Gottes gute Gaben der verantwortliche Umgang mit der Schöpfung. Dazu gehört auch das Nachdenken über den Gegensatz von Überfluss und Hunger sowie die Überlegungen, was man gegen Arbeitslosigkeit tun kann. Weil Arbeit nicht selbstverständlich ist, könnte man das Erntedankfest auch mit einem 'Arbeitsdankfest' verbinden. So käme an diesem Tag nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch industrielle Arbeit und Dienstleistung in den Blick.

In die Monate September/Oktober fällt das jüdische Laubhüttenfest (Sukkot). Es war ursprünglich ein Herbst- und Weinlesefest. Es dauert acht Tage und erinnert an den Auszug aus Ägypten. In diesen acht Tagen sollen Juden in einer Hütte (Sukka) wohnen, 'damit eure Nachkommen wissen, wie ich die Kinder Israel habe in Hütten wohnen lassen, als ich sie aus Ägypten führte.' Heute noch errichten viele Juden auf ihrem Balkon, im Garten oder im Hof Hütten, deren Dach mit Zweigen bedeckt wird - jedoch nicht zu dicht, so dass bei Tag die Sonne und bei Nacht die Sterne durchscheinen können.





Das Jahr voller Leben auf einen Blick

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