Reformationstag
Kirchenjahr im Bild

Erleben, dass Erinnerung frei macht

Reformationstag

Am 31. Oktober eines jeden Jahres feiert die evangelische Kirche das Reformationsfest. Dieser Tag soll an die 95 Thesen erinnern, die Martin Luther am 31. Oktober 1517 an gelehrte Kollegen und an Kardinal Albrecht von Mainz mit einem Brief sandte. Der Erzählung nach soll er sie an demselben Tage auch an die Eingangstüre der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen haben.

In seinen 95 Thesen wendet sich der 34jährige Mönch und Theologieprofessor Dr. Martin Luther (1483-1546) unter anderem auch gegen den Ablasshandel in der damaligen römischen Kirche, die den Menschen für eine Geldspende Vergebung der Sündenstrafen versprach. Es ging ihm zunächst jedoch nicht um den Ablass selbst, sondern um dessen Missbrauch.

Aufgrund seines intensiven Bibelstudiums kam er außerdem zur Einsicht: Gott ist kein strenger Richter, der die Menschen ständig beobachtet, strenges Einhalten der Gebote will und jede Übertretung streng bestraft. Gott ist vielmehr ein gütiger Vater, der den Menschen mit offenen Armen entgegengeht, seine Liebe schenkt und nichts lieber will als uneingeschränktes Vertrauen. Gott ist seinem Wesen nach barmherzig und gnädig. Wenn wir wirklich wissen wollen, wie Gott ist und was er von den Menschen will, dann müssen wir auf Jesus schauen und auf das, was die Bibel von ihm erzählt, so glaubte Martin Luther. Gott kommt den Menschen entgegen und schenkt ihnen seine Liebe allein aus Gnade.


Worte von Martin Luther:

Gott will, dass wir fröhlich seien, und hasst die Traurigkeit. Wenn er nämlich gewollt hätte, daß wir traurig seien, hätte er uns nicht die Sonne, den Mond und die anderen Schätze der Erde geschenkt. Das alles gibt er uns zur Freude. Sonst hätte er Finsternis geschaffen und nicht zugelassen, daß die Sonne immer wieder aufgeht oder dass der Sommer immer wieder kommt.

So schändlich lebt kein Tier, auch keine Sau, wie die Welt lebt. Denn eine Sau kennt doch die Frau oder Magd, von der sie Treber, Kleie oder das Futter zu fressen kriegt, läuft ihr nach und schreit ihr nach.
Aber die Welt kennt und achtet Gott gar nicht, der ihr so reichlich und überschwänglich Gutes tut, geschweige denn, dass sie ihm dafür danken und ihn loben würde.

Gleichwie die Sonne in einem stillen Wasser gut zu sehen ist und es kräftig erwärmt, kann sie in einem bewegten rauschenden Wasser nicht deutlich gesehen werden, auch erwärmt sie nicht so sehr.
Darum willst du auch erleuchtet und warm werden durch das Evangelium, göttliche Gnade und Wunder sehen, dass dein Herz entbrannt, erleuchtet und fröhlich werde, so gehe hin, wo du still sein und das Bild dir tief ins Herz fassen kannst, da wirst du finden Wunder über Wunder.


Die Lutherrose

Als Luther eine angesehene Persönlichkeit geworden war, legte er sich ein Familienwappen zu. Luther entschied sich für die Lutherrose. Dies sollte nicht zeigen, was seine Familie Großes geleistet hatte. Sie sollte zeigen, was ihn und seine Familie im Leben getragen hatte.

Die Lutherrose enthält in ihrem Inneren ein schwarzes Kreuz in einem roten Herzen. Luther sagt einmal: 'Woran du dein Herze hängst, das ist dein Gott.' Luther will damit zeigen, dass das Kreuz Jesu für ihn das Wichtigste in seinem Leben ist. Das Kreuz soll deutlich machen: Jesus starb, weil er die Menschen liebte. Er stirbt, damit wir leben können.

Herz und Kreuz bilden das Innere einer weißen Rose. Weiß ist die Farbe des Geistes. Das menschliche Herz aus Fleisch ist umgeben von dem Geist Jesu. Weiß ist aber auch die Farbe der Engel. Luther weiß sich von Gottes guten Boten begleitet.

Herz, Kreuz und Rosenblätter sind in ein himmelblaues Feld eingebettet. Luther glaubte: Wohin ich auch komme, bin ich immer unter dem Himmel Gottes. Gott umgibt mich von allen Seiten.

Die gesamte Lutherrose ist umschlossen von einem goldenen Ring. Gold ist die Farbe für das Göttliche. Der Ring hat keinen Anfang und kein Ende, genau wie die Liebe Gottes. Die Liebe legt sich um das Ganze herum, um zusammenzuhalten, was ohne sie auseinanderfallen würde.




Das Jahr voller Leben auf einen Blick

Kirchenjahr


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